Tirol / Wien in Costa Rica
Ein Aufforstungsprojekt wird derzeit von mehreren österreichischen holzverarbeitenden Unternehmen (Holzcluster Tirol, BóDòMé– Wien) in Costa Rica umgesetzt. Lokaler Partner ist Pan American Woods PAW, eine AG mit vornehmlich holländischen Aktionären (350 Mitarbeiter, Umsatz 2006: 4 Mio. USD). PAW leistete 1988 Pionierarbeit bei der Teakaufforstung in Costa Rica und verfügt heute im Hügelland an der Pazifikküste der Halbinsel Nicoya in der Provinz Guanacaste über 3.800 ha Teakplantagen. Das geerntete Holz wird in der hauseigenen Parkettfabrik verarbeitet. Das bisherige Geschäftsmodell wird nun durch die Zusammenarbeit mit den österreichischen Partnern ausgeweitet. Da auch die lokale Bevölkerung nachhaltig profitiert, wird die Unternehmung von der Austrian Development Agency ADA aus Mitteln der OEZA kofinanziert. Für die Vision und Vernetzung der Partner zeichnet der Innsbrucker Forstwirt Matthäus Lill-Rastern, der Costa Rica seit Jahrzehnten kennt. Kern des Projekts ist es, für Brandrodungsbauern Anreize zu schaffen, ihr Know-how und ihre Arbeitskraft zu nützen, um auf ihrem Grund qualitativ hochwertiges Holz zu produzieren. Eine wichtige Frage ist, wie das Holz der Bauern optimal verarbeitet werden kann. Derzeit sind die beteiligten Firmen dabei, die Möglichkeit und Rentabilität der Produktion „keilgezinkter Terrassendielen“ zu prüfen. Dadurch würde ein Teakprodukt hergestellt werden, das erschwinglich ist. Für die Frage, wie die Bauern die Jahre der Aufforstung bis zur Schlägerung finanziell übertauchen, gibt es zumindest bereits einen Plan: Ab dem Jahr der Aufforstung werden den Bauern die zukünftigen Einschlagsrechte abgekauft. Der staatliche Forstförderungsfonds FONAFIFO wird dafür seine Infrastruktur zur Verfügung stellen. Eine Herausforderung bleibt: Da PAW zu hundert Prozent FSC-zertifiziert ist, darf es nur FSC-Holz verarbeiten. Daher ist es im Sinne der Projektbetreiber, den Bauern effizient zu helfen, sich für FSC Gruppenzertifizierungen zu qualifizieren. |
Restitution
Auch Chiquita, einer der größten Bananenproduzenten der Welt, setzt sich für ein Wiederaufforstungsprojekt in Costa Rica ein. Der US-Lebensmittelkonzern betreibt auf der Bananenplantage „Nogal“ im Nordosten des Landes ein hundert Hektar großes privates Regenwaldreservat und verbindet dieses sukzessive mit anderen Waldgebieten in der Sarapiqui- Region. Bauern unterstützen das Projekt, indem sie Land für die Wiederaufforstung zur Verfügung stellen. Für die Errichtung des Bio-Korridors, der vor allem das Überleben gefährdeter Tierarten sichern soll, wurden seit 2003 mehr als 10.000 Bäume von 40 einheimischen Arten gepflanzt. Im gleichen Zeitraum nahmen mehr als 3.000 Einwohner an Schulungen zum Thema Umweltschutz teil. Außerdem werden Wissenschaftsprojekte, etwa in Kooperation mit der Uni Wien, durchgeführt. Chiquitas Initiative, die auch von der Schweizer Einzelhandelskette Migros, der NGO Rainforest Alliance und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ getragen wird, zeichnet sich außerdem durch eine ökonomische Dimension aus: Da die abgelegene Region abseits der große Bananenplantagen wenig Einkommensmöglichkeiten bietet, unterstützt das Nogal-Projektteam die Gründung von Kleinunternehmen. Rund 53 Familien profitieren bereits von den Einnahmen, die etwa eine kleine Schneiderei oder eine Theatergruppe erwirtschaften. |
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